Auf in die Arbeitswelt…

Hallo liebe Leser,
jetzt habt Ihr ganz schön lange warten müssen auf Neuigkeiten. Aber dafür kommt jetzt eine ganze Menge von mir!

Deutschlandreise
Mitte bis Ende Juni war ich in der geliebten Heimat. Marcel hat mir sein Eisenach gezeigt und ich habe die ganze Familie Sauer kennengelernt. Bei meinen Eltern konnte ich mich dann bestens von jeglichem Stress erholen und Kräfte sammeln für die Jobsuche. Ausserdem war es schön, altbekannte liebe Gesichter wiederzusehen.

Zurück in London
Anfang Juli habe ich meine Noten bekommen - alles bestanden (so, wie Ihr es erwartet habt ;-) ). Damit darf ich mich jetzt in Sicherheit wiegen.. allerdings wird es noch einige weitere Monate dauern, bis ich Diplom und BA in den Händen halten kann. Aber das ist letztlich nur noch eine Frage der Zeit. :)

Jobsuche
Seitdem ich wieder zurück bin, sitze ich tagtäglich am Rechner, suche nach Stellenangeboten und schreibe Bewerbungen. Auf einige Initiativbewerbungen habe ich gleich die Mitteilung erhalten, dass sie keine freien Stellen haben, aber meinen CV vorerst behalten. Ansonsten hat sich in der ersten Woche nicht viel getan.
Anfang der zweiten Woche habe ich dann angefangen, nachzuhaken. Bei manchen Jobagenturen hiess es: äh ja, sie haben sich beworben? Hm.. schicken sie uns doch noch mal ihren CV. - alles klar! ;-) Bei anderen kam die Nachricht, dass andere Bewerber besser auf die Stelle gepasst haben und bei wieder anderen kam weiterhin nichts.
Dann letzte Woche die ersten positiven feedbacks: Zwei Vorstellungsgespräche bei Jobagenturen, davon hatte ich bereits eins am Freitagvormittag. Die Frau, der die Agentur gehört, hat mich persönlich interviewt und hat einen sehr seriösen Eindruck gemacht… scheint nicht einer von den Läden zu sein, wo die Leute versuchen, einen schnellstmöglich unterzubringen, um die Provision abzugrasen. Machte auch einen sehr kompetenten Eindruck, schien Ahnung vom Markt zu haben und hat mir sogar Tipps gegeben, wo ich sonst noch suchen könnte. Leider hat sie derzeit keine passende Stelle für mich.
Am gleichen Morgen hatte ich noch eine Bewerbung verschickt auf eine Stellenanzeige, die genau meinen Vorstellungen entsprach. Eine Stunde später hat mich die Agentur angerufen: Sie finden meinen CV toll und denken, dass ich gut auf die Stelle passe. Sie würden meinen CV gern an die Firma weiterleiten und mir die genaue job description zukommen lassen.. allerdings alles bis 13 uhr, da die Frau bei der Jobvermittlung dann in Urlaub geht bis nächsten Donnerstag. Nun ja, jetzt bin ich gespannt auf das feedback von der Firma und hoffe auf ein Vorstellungsgespräch.
Aber erstes Fazit: Es ist wie mit den Wohnungen: wer zuerst kommt, malt zuerst.
Derweil… am Freitagnachmittag hatte ich dann Vorstellungsgespräch Nr. 2 bei einer Firma für Direktmarketing.. dachte ich zumindest. Bislang hab ich sowas nur in amerikanischen Filmen gesehen: Man betritt einen Empfangsraum, in dem schon 15 andere Bewerber sitzen, jeder füllt brav sein Formular aus und wartet dann, bis er dran ist. Die Leute werden immer in zweier Gruppen reingerufen, manche scheinen sich sogar zu kennen. Es dauert 10 min. und sie kommen wieder raus.. sehr merkwürdig. Dann bin ich dran, zusammen mit einem Mädel, das bestimmt 5 Jahre jünger ist als ich, aber witzigerweise auch gerade ihren Abschluss in Tourism management gemacht hat (die Stellenausschreibung berief sich nur auf Marketing graduates). Unser „Interviewer“, mit Sicherheit ein Ami, plappert wie ein Wasserfall, erklärt, dass es sich heute nur um ein erstes Kennenlernen handelt, und stellt ein paar kurze Frage (in der email mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch klang das noch sehr anders). Er erklärt das Trainingsprogramm und dass man am Ende der 8-10 Monate dann sein eigenes Team zum „managen“ bekommt. (wen wollen se denn damit ködern?) Nicht einmal fällt das Wort marketing.. ich höre immer wieder sales.. naja, die 10 Minuten sind um. „Wenn sie es in die zweite Runde schaffen, melden wir uns ab 16 Uhr bei Ihnen.“ Ich schaue auf die Uhr. Es ist 15.30 – wie die wohl ihre Entscheidungen treffen.. Um 17 Uhr klingelt das Telefon bei mir: „Herzlichen Glückwunsch, sie sind zum 2. Gespräch eingeladen.. Montag von 12 – 20.30.“ Ich: Wie sieht denn das Programm aus, handelt es sich um ein Interview oder gibt es auch eine Art assessment center? - ich denke: 8,5h sind ja recht lang.. Er: nee ist ein Interview, aber man bekommt die ganze Firma gezeigt von einem Senior staff und bitte ziehen sie sich bequeme Schuhe an. - Ich nochmal nachgefragt. - Wir schicken Ihnen noch eine Bestätigung mit genauen Informationen per email. - Danke, bis Montag. … tbc
Naja, um es mal zusammenzufassen: Im Gegensatz zu Marcel’s Erfahrungen - Graduates mit wenig relevanter Berufserfahrung sind sicher nicht so gefragt wie Itler/Programmer etc. Wenn es dann noch um einen Bereich geht, in dem es viel Konkurrenz gibt, umso schlechter. Allerdings gibt es auch ein paar positive Seiten (Deutsche sind generell gefragt – haben aber bei Agenturen nen schwierigeren Stand, weil viele nicht lange bleiben – die Lebensqualität ist in der Heimat einfach höher! ;-) ) und im Großen und Ganzen bin ich mit dem Verlauf bislang recht zufrieden. Jetzt heisst es: Dranbleiben!
Bis demnächst. Eure Ulrike

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