Zwei Wochen spaeter…

Zwei Wochen sind wir nun schon in der Wohnung und damit sind wir Euch, unseren verehrten Lesern, definitiv wieder ein paar Neuigkeiten schuldig. Hier also mein erster Beitrag zu diesem Tagebuch:

Mittlerweile haben wir uns in der Wohnung ganz gut eingerichtet. Nach dem zweiten Ikea-Besuch und mehr oder weniger erfolgreichen Einkäufen in den „Pound-Shops“ um die Ecke sieht es jetzt sogar recht wohnlich und gemütlich aus. Allerdings haben wir jetzt eh nicht mehr so viel Zeit, die wir dort verbringen können: Marcel ist alltäglich im Bewerbungsstress und hat schon einige Gespräche und Tests erfolgreich gemeistert. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber vielleicht ändert sich das in den nächsten Tagen. Stay tuned!

Für mich hat der Unistress begonnen und das ist kein Scherz.. man merkt sehr schnell, dass das Unileben hier in keinem Fall dem FH-Dasein daheim entspricht. Obwohl man bei vier Modulen und 10 Wochenstunden denken könnte, dass das nicht allzu viel Arbeit sein kann, hat sich der Eindruck schon in´s Gegenteil gewendet. Viel Coursework, teils Gruppenarbeit, ein Spanischtest bereits in der 7. Woche und am Semesterende wird nicht nur schriftlich – wie an der FH – geprüft, sondern auch sprachliche Fähigkeiten und das Sprachverständnis getestet. Ausserdem geht´s jetzt auch mit der Diplomarbeit los.. erste Deadline ist am 22.Nov., die nächste am 12. Dec. was also zumindest bedeutet, dass ich Weihnachten wenigstens die Feiertage über genießen kann. Selbstgewähltes Schicksal.

London hat allerdings viel Entschädigung und leider auch Ablenkung zu bieten. Letztes Wochenende stand komplett unter dem musikalischen Stern. Man konnte bei vielen berühmten Orchestern nach vorheriger Anmeldung kostenfrei bei den Proben / Generalproben zuhören. Wir haben am Freitagmittag das BBC Symhony Orchestra im Veranstaltungszentrum Barbican gehört, am Abend das London Philharmonic Orchestra (dirigiert von Vladimir Jurowski) in der Queen Elizabeth Hall und am Sonntag hatten wir Tickets zum halben Preis für die Abendvorstellung des Royal Philharmonic Orchestra in der äußerst beeindruckenden Royal Albert Hall. Besonders letzteres war sehr lohnend. Bei den hiesigen Preisen für kulturelle Veranstaltungen muss man aber auch zuschlagen. Konzertkarten gibt es bereits regulär ab 6 GBP, für Studenten gibt es die Karten von 1 – 4 Pfund für die besten Plätze (allerdings muss ich noch rausfinden, wie ich die bekomme! J ).

Im Großen und Ganzen hat sich London bislang hauptsächlich beliebt gemacht. Es gibt natürlich auch unliebsame Erfahrungen.. die vollen Züge, die viele Zeit, die man dafür verwendet, um von A nach B zu kommen, die Kriminalität – und davon leider auch nicht wenig: Erst neulich wurden zwei Jugendliche bei McDonalds angeschossen, einer hat es nicht überlebt, und bei einer Kommilitonin wurde auch jemand vor der Haustür erschossen. Glücklicherweise haben wir noch keine Erfahrungen am eigenen Leib gemacht. Unsere Gegend scheint auch abends sehr ruhig und verhältnismäßig ungefährlich. Also macht Euch keine Sorgen! J  – der Lärm, die Preise (umrechnen lohnt sich nicht, man ersetzt einfach das gewohnte € durch ein Pfundzeichen und das entspricht dann dem Normalpreis bes. bei Lebensmitteln, aber es gibt natürlich auch immer was für Schnäppchenfüchse..) usw. Trotz allem überwiegt am Abend immer das positive Gefühl, in einer der – seien wir ehrlich – geilsten Städte der Welt zu sein.. und damit lässt es sich gut träumen! ;-)

Gute Nacht! Eure Ulrike

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